Erst zwei und schon im Internet?

Heute gab es auf Zeit Online  und anderswo Meldungen über die Internutzung von Kindern, die vermutlich republikweites Gruseln auslöste: Dreijährige, die YouTube gucken (!), o Tempora o Mores!

Meine Tochter ist Zweieinhalb und nutzt seit geraumer Zeit das Internet. Vermutlich täglich. Keiner zählt die Datenmenge. Mal macht sie ein Photo mit einem ausgedienten Smartphone, mit dem man nur nicht mehr telefonieren kann, aber fotografieren und dessen Bilder sich über einen Clouddienst mit den anderen Geräten des Haushalts synchronisieren: „Uśmiechnij się! Lächeln!“. Manchmal macht sie auch mit Spiele-Apps komische Bilder und ich kann sehen, wie ich die von überall wieder runterlösche. Mal steigt sie auf die Waage – die Gewichtswerte werden übers Internet abgespeichert – und die Waage zeigt gleichzeitig an, ob es Regen gibt oder – zur  Freude der Tochter – Sonnenschein. Wenn Sie wissen will ob es regnen soll, drückt sie auch manchmal auf den Homebutton eines Smartphones und fragt Siri: „Kommt heute Regen?“ und freut sich über die seltsamen Antworten, die manchmal zurückkommen. Gern schaut sie auch mal Filme: Die Sendung mit der Maus oder auch Sandmännchen über die jeweilige App. Auch YouTube: Reksio, Bolek und Lolek oder Peppa Pig sind dort ihre Lieblingshelden. Was das Internet ist, weiß sie nicht. Genauso wenig wie sie weiß, wie das mit dem Strom funktioniert. Knipst man den Schalter, geht das Licht an. Tippt man auf das Dreieck im Kreis, startet ein Film. Tippt man das abgerundete Bild der Tante an, klingelt es und mit ein wenig Glück erscheint sie auf dem Bildschirm. So einfach. 

„Internet“, dieses Wort hört sie nur, wenn wir ihr erklären wollen, das es nicht verfügbar ist. Warum sie jetzt nicht Sandmännchen sehen kann, wenn wir im Zug durch die Uckermark fahren. Dann sagen wir es geht nicht, weil es hier kein Internet gibt. Das versteht sie nicht. Geht nicht? Sandmännchen ist kaputt? In Stettin geht es wieder, komisch …

Sie ist zu klein, um die technischen Details zu verstehen. Auch die Erklärung der Maus wie das Internet funktioniert, würde sie wohl nicht verstehen. Nutzen kann sie die Technik allemal. 

Natürlich sind heute Kinder im Internet. Mal mehr mal weniger. Mal zu einem Zweck, mal zu einem andren. „Surfen“ wird man es wohl nicht mehr nennen. Und Kinder von heute gehen bestimmt nicht mehr online. Sie sind es. Das Internet ist da. Und es sollte da sein – auch in der Uckermark. 

Veröffentlicht unter Deutsch | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Polskie i niemieckie dzieci sieci

Spotkali się Amerykanin i Niemiec z Polakami – trochę jak w starym dowcipie – by odsłonić pierwszy na świecie pomnik dedykowany wikipedii, znanej encyklopedii internetowej, stworzonej przez społeczeństwo wikipedystów na całym świecie. Miało to miejsce jesienią zeszłego roku ale nie w Dolinie Krzemowej, gdzie fundacja Wikimedia Foundation, organizacja niedochodowa, odpowiedzialna za projekt o otwartej treści, ma swoją siedzibę, lecz w dolinie Odry, w małym miasteczku akademickim, tuż przy granicy polsko-niemieckiej, w Słubicach. Pomysłodawca pomnika, dyrektor administracyjny Collegium Polonicum, Krzysztof Wojciechowski, zaprosił gości z organizacji wspierających otwartą encyklopedię z Niemiec, Polski i z USA, żeby tym pomnikiem oddać hołd „tysiącom redaktorów dzięki których pracy powstaje wikipedia, największy projekt współtworzony na świecie“ (napis na pomniku).

Duma. Zwątpienia. Radość

Amerikanin w swoim przemówieniu na placu frankfurckim podkreślał powód do dumy, który mają wikipedyści, a szczególnie dumne mogą być polsko- i niemieckojęzyczne społeczności wikipedii, które są wyjątkowo aktywne. Słowo „proud“ padło chyba kilkanaście razy. Przedstawiciel stowarzyszenia Wikimedia Deutschland e.V. w swojej laudacji podchodził do pomnika sceptycznie. Najpierw zadał pytanie, „czym jest pomnik?“, po czym filozoficznie tłumaczył zjawisko pomników słowami Marcina Lutra. W końcu wyraził swoje zwątpienie, czy jest to dobry moment na odsłonięcie pomnika, gdyż rozwój wikipedii znajduje się obecnie w martwym punkcie. A Polacy? Polscy mówcy po prostu się cieszyli. Cieszyli się, że chwali się rodaków za bezinteresowną pracę, że udało się sfinansować ten wyjątkowy projekt własnymi siłami (z budżetu miasta), że mają takiego zdolnego artystę w swoim mieście – doktoranta Collegium Polonicum z Armenii, że pomnik wzbudził zainteresowanie międzynarodowych mediów, i że przyszło tylu ludzi w tym deszczowym dniu – nie tylko ze środowiska akademickiego, lecz też zwykłych Słubiczan. (Zainteresowanie wydarzeniem ze strony Frankfurtu było niestety niewielkie).

Przemówienia te odzwierciedlają dobrze różnice kulturowe w podejściu do otwartego społeczeństwa informatycznego, w którym żyjemy dzięki internetowi.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Polski | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Die Bundesrepublik hatte ich mir immer vermögender vorgestellt

Wenn ich von meiner neuen Wohnung aus den nächsten Nahverkehrshalt erreichen möchte, kann ich tagsüber immer den Weg über ein ehemaliges Kasernengelände abkürzen. Dieses Kasernengelände scheint die deutsche Geschichte der vergangenen 200 Jahre gut widerzuspiegeln. Angelegt wurde die Kaserne für ein Eisenbahnregiment, das sozusagen als schnelle Eingreiftruppe – wie man heute sagen würde – mit dem damals neuen Verkehrsmittel dorthin verlegt werden konnte, wo es gerade nach den Befehlshabern nötig war. Nach dem verloren Ersten Weltkrieg wurde das Regiment aufgelöst, ein Teil der Kaserne bezog bezeichnenderweise eine Prothesenmanufaktur für Kriegsinvalide, in einemanderen Teil fand kurze Zeit später die SA Quartier. In den Kellern des Gebäude misshandelte und tötete die SA die ersten Opfer des Nationalsozialismus. Hier fand der NS-Terror seinen Anfang. Eine weitere Spur des Dritten Reiches ist ein riesiger Betonklotz, der im Norden des Geländes bis heute steht und mit dem der märkische Sand auf seine Belastbarkeit für die Speerschen Germania-Bauten getestet wurde. Das Gelände, heute ein Durcheinander von früheren preußischen Kasernenbauten, die zum Teil nur noch stehen, Lagerhallen, Garagen, ist eigentlich recht unscheinbar ist aber so interessant, dass es seit einigen Jahren einen Geschichtslehrpfad gibt.

(in Arbeit)

Veröffentlicht unter Deutsch | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Deutsche und polnische Polizei bei der Öffentlichkeitsarbeit

Als ich in der Grundschule war, wurden wir eine Woche oder zwei von einem Polizisten besucht. Es war eine stattliche Gestalt, wahrlich respekteinflößend. Er sollte uns Verkehrregeln beibringen und abschließend eine Fahrradführerscheinprüfung abnehmen. Der Polizist war ein typischer berliner KOB, etwas älter, gutmütig aber streng, die Körperfülle war auch genau richtig, um resonanzstark über den zum Verkehrsübungsplatz umgestalteten Schulhof zu brüllen, falls jemand die Regeln missachtete. Bei mir war die Wirkung jedenfalls vorhanden, bekam ich den Fahrradführerschein mit Auszeichnung (in Form eines Knochen genannten Mehrfachwerkzeugs) überreicht. Vor allem hatte dieser Vertreter von Recht und Ordnung etwas für seine Berufsgruppe typisches: Einen dicken Backenbart.

Daran fühlte ich neulich erinnert, als ich auf einer Informationsveranstaltung war, bei der deutsche und polnische Polizeivertreter eingeladen waren, der interessertierten Bevölkerung Rede und Antwort zu stehen. Obwohl seit meiner Kindheit doch schon einige Jahre verstrichen waren, sahen die deutschen Polizisten, die für die Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen waren genau so aus: etwas älter, mit ein bisschen Körperfülle (so dass man sich bei ihnen nur schwer eine aktive Verbrecherjagd vorstellen konnte) und – das erstaunte mich dann doch – mit grau meliertem Backenbart.

Die eingeladene polnische Polizeikommandantur schicke Vertreter anderen Format: den mittelalten Kommandanten und zwei recht junge adrette Frauen in modernen Uniformen und Basecaps.

Ich weiß nicht, ob das Absicht war, aber gegensätzlicher konnte das Äußere nicht sein und außerdem schien es mir wieder so typisch zu sein.
Die polnischen Vetreter wollten vielleicht in erster Linie gut aussehen, die deutschen setzen auf Altersweisheit. Ich weiß auch nicht, was besser ankam bei der örtlichen Bevölkerung.

Dass die polnischen Uniformträger jünger sind, liegt vielleicht auch daran, dass sie nach einer gewissen (recht niedrigen) Anzahl von Dienstjahren in den Ruhestand gehen, während die deutschen bei entsprechendem Aalter dann mit der Kriminalstatistik und Powerpointpräsentationen auf die Bevölkerung losgelassen werden.

Vielleicht hätte der polnische Kommandant auch gern einen Backenbart präsentiert, doch die Polizeidienstvorschriften verbieten es ihm, heißt es doch, das Kopfhaar ist kurz und adrett zu tragen. Bei Frauen ist übrigens Schmuck verboten, aber den brauchten die Polizistinnen nicht, glänzenten sie auch ohne ihn.

Veröffentlicht unter Deutsch | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Wahlen zu Sejm und Senat in Polen 2011

Wahlplakat PiS 2011
Am Wahlabend wurde ich zu meiner Meinung zum Ausgang der Wahlen in Polen gefragt.
Hier ein paar Gedanken …

1. Ulga – die Erleichterung

Wie Viele war ich erleichert, dass es die PO und nicht PiS geschafft hat, die Wahlen zu gewinnen. Es zeichnete sich zwar in den Umfragen ab, dennoch herrschte ja eine gewisse Nervosität vor. In den deutschen Medien wurde ja auch verbreitet, die Wahlumfragen in Polen seinen immer recht ungenau und häufig für eine Überraschung gut. Das liegt übrigens nicht daran, dass die Meinungsforscher in Polen schlecht arbeiten, sondern weil die polnischen Wähler recht spontan sind in ihrer Entscheidung, wen sie wählen und ob sie überhaupt wählen gehen.
Erleichtert reagierte ich auch, wenn ich es auch etwas bedaure, dass der Wahlkampfabschluss so als Duell Tusk–Kaczyński verkauft wurde. Schließlich waren das keine Präsidentschaftswahlen, bei denen nur einer gewinnen kann. Gewiss haben viele Wähler für die PO gestimmt, obwohl sie eher links sind, sie aber eine PiS-Regierung verhindern wollte.

2. Lewica – die Linke

Es gibt fast keine Linke in Polen. Das, was übrig geblieben ist sind wenige Prozent der Stimmen für die SLD. Soziale Ängste werden eben von der PiS gut aufgegriffen. Bemerkenswert fand ich in diesem Zusammenhang, wie sehr sich neulich der Brandenburgische Ministerpräsident und Sozialdemokrat über den Wahlsieg Tusks freute, als gehöre dieser einer sozialdemokratischen und nicht einer konservativen Partei an (PO und CDU sind im Europaparlament in der Europäischen Volkspartei.)

3. Obawy – Bedenken

Obwohl PO mit der Bauernpartei PSL, die notabene wohl die einzige Partei mit Vorkriegswurzeln ist, weiteregieren kann, empfinde ich doch Unbehagen, wenn ich daran denke, dass knapp 30 Prozent der Stimmen an eine nationalistische Partei gingen, auch wenn man vielleicht PiS nicht mit den Republikanern vergleichen kann, wie dies ein ein Bekannter tat.

4. Ufność – Zuversicht

Alles in allem bin ich ich doch zuversichtlich, dass sich in Polen langsam auch ein positives Verhältnis zur Politik herausstellt, denn bissher waren Polen vor allem in einem gut: im Protestieren.

Nachwort

Zum Wahlsystem
Eine Ursache der niedrigen Wahlbeteiligung liegt vor allem im Wahlverfahren. Man muss dort gemeldet sein, wo man wählt. Das heißt junge Leute, Stadtbevölkerung, die nicht am Wohnort gemeldet ist, sondern bei den Eltern, kann in ihrem Aufenthaltsort nicht wählen. Weiterhin muss man sich selbst um die Information, wo man wählen kann, kümmern. Ist man gerade umgezogen und kennt sich noch nicht aus, muss sich selbst aktiv beim Wahlamt erkundigen, Einladungsschreiben zur Wahl gibt es nicht. Dies bevorzugt – wenn auch ungewollt – nicht so mobile Wählerschichten.
Und noch eine Kuriosität aus dem polnischen Wahlrecht: Wer zum Beispiel aus Stettin in deutsche Umland gezogen ist, oder aus Słubice auf die andere Oderseite nach Frankfurt, kann nicht etwa in seinem früheren Heimatort wählen gehen (wo die meisten umgezogenen nach wie vor täglich arbeiten), nein in diesem Fall kann nur in der Botschaft in Berlin die Stimme abgegeben werden. Auch hier dürfte der Anteil derjenigen, die sich dazu auf den Weg machen eher gering sein.

Veröffentlicht unter Deutsch | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Wahlhilfe

Tue Gutes und rede darüber: Am letzten Sonntag war ich wieder Wahlhelfer.

Sonntag, 18.09.2011, 08:00, Platz der Berlin-Brigade (Ehem. McNair Barracks)

Veröffentlicht unter Deutsch | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen